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Petö

Anerkennung der Konduktiven Förderung

Weder das Berufsbild des Dipl.-Konduktors noch die Konduktive Förderung sind in Deutschland anerkannt. Seit rund 15 Jahren werden behinderte Kinder in Deutschland nach diesem Konzept gefördert, anfänglich nur mit Hilfe von Spendengeldern. Zwischenzeitlich hat es vor allem in Bayern - Schwerpunkt in Oberbayern - Genehmigungen des Sozialhilfeträgers (das sind die bayerischen Bezirke) für Konduktive Förderung in Heilpädagogischen Tagesstätten gegeben. Hier erhalten die Eltern nach dem Nachweis des Bedarfs im Rahmen der Eingliederungshilfe die Zusagen für Ihre Kinder.

Ein Teil der Anerkennungsproblematik ist darin begründet, dass sich die Konduktive Förderung aus pädagogischen und therapeutischen Teilen ganzheitlich zusammensetzt, in Ungarn heißt es daher auch Konduktive Erziehung. In Deutschland wurde das Hauptinteresse zunächst auf die therapeutischen Erfolge gelegt. Am 03.09.2003 hatte das Bundessozialgericht (Az B1 KR 34/01 R) festgestellt, dass es sich bei Leistungen der Konduktiven Förderung nach Petö um medizinische Maßnahmen handelt, welche in die Zuständigkeit der Krankenkassen fallen. Einige Zeit später entschied der Bundesausschuss der Krankenkassen, dass nach den vorliegenden wissenschaftlichen Nachweisen der therapeutische Nutzen der Konduktiven Förderung nicht größer sei als die etablierten Therapiemethoden (Bobath und Voijta), so dass sie damit eine Kostenübernahme ablehnten. Trotz des Urteils beschloss der Sozialausschuss Oberbayern am 17.11.2005, dass zum Wohle der Kinder die zum Zeitpunkt des Beschlusses bereits bestehenden bzw. beantragten Einrichtungen und Plätze bis zu einer endgültigen Entscheidung über die Anerkennung weiter finanziert werden.

Am 29.9.2009 gab es ein neues BSG-Urteil (Az B 8 SO 19/08 R). Hier wurde festgestellt, dass Konduktive Förderung auch Leistung der Eingliederungshilfe sein kann. Jetzt können z.B. wieder neue Konduktive Tagesstättenplätze beantragt und genehmigt werden.

Allerdings passt das Berufsbild der KonduktorIn nicht ins deutsche Sozialsystem, weil KonduktorInnen mit ihrem Hochschulstudium für eine Tätigkeit in einer deutschen Heilpädagogischen Tagesstätte „überqualifiziert“ und damit zu teuer sind. ErzieherInnen, HeilerzieherInnen und HeilpädagogInnen benötigen kein Studium an einer Universität, ebenso wenig wie PhysiotherapeutInnen, ErgotherapeutInnen und LogopädInnen. Hier kann es zu einer Verbesserung der Situation kommen, wenn der Umbau des deutschen Ausbildungssystems im Rahmen des Bologna-Prozesses auch für diese Berufe z.B. Bachelor-Studiengänge einrichtet und Weiterqualifizierungen und Spezialisierungen in Masterstudiengängen vorsieht.

Die Einbindung des Berufsbildes in das Schulwesen ist etwas leichter. Als FörderlehrerInnen dürfen KonduktorInnen auch heute schon bei ausreichenden Deutschkenntnissen arbeiten, auch besteht die Möglichkeit, das ungarische Diplom in Abhängigkeit vom Ergebnis einer Sprachprüfung beim Goethe-Institut als Grundschul- oder Sonderschullehrerin anerkennen zu lassen. Aber auch das sind bisher nur Einzelfälle.

Dies ist der Stand heute. Der Verein kämpft auf vielen Gebieten darum, die Konduktive Förderung anerkennen zu lassen:

  • Anerkennung des Berufsbilds
  • Etablierung eines Studiums in Deutschland
  • Anerkennung bei den Krankenkassen
  • Integration der Konduktoren ins deutsche Schulsystem
  • Integration der Konduktoren ins deutsche Tagesstätten-System
  • Integration der Konduktiven Förderung ins deutsche Sozialrecht
  • Anerkennung der ungarischen Diplome u.a. mehr.


Die Erfolge der Kinder sprechen für sich selbst, aber wir müssen und wollen dafür sorgen, dass nicht nur unsere Kinder von dieser Methode profitieren, sondern dass auch künftige Generationen die gleichen FortSchritte machen dürfen!

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